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Blues Bar

Im ächzenden Hausflur schon

mit jeder alten Stufe

scharr‘ ich die Hufe.

Jede Faser im verrauchten Holz

zieht mich magnetisch

hoch zum alten Fetisch.

All der Wahnsinn von früher

schwebt noch durch’s Haus.

Doch am Tresen fehlt Pete

und alles hier sieht

anders aus.

Keine Bühne mehr,

keine Blues-Ladies, stolz und hitzig.

Keine Philosophie aus’m Whiskyglas,

nicht verrückt, laut und witzig -

irgendwie fehlt hier was…

Wenn wir als letzte Gäste

Pete vielsagend anblickten

und nachhause schickten…

bis zum Morgengrau’n dann noch

Spaß und Eskapaden.

Was für ein Laden!

Ohne Hoffnung im Geh’n

wies Pete uns schnell noch an:

„Schließt die Bude dann zu

und haltet Ruh‘!“

Mit Garantie

gab’s die Ruhe nie!

Viel mehr gnadenlos Partyspektakel.

Die Bedeutung trivial interpretiert:

konsequent Blues-

Feeling neu definiert.

Wenn ich heut‘ manchmal nachts so schwermütig bin,

mich nicht richtig entspann‘

und ich dann und wann

nicht schlafen kann,

fang‘ ich’s Grübeln an

und krieg‘ Blues-Feeling ganz authentisch.

Mir wird schmerzlich -was längst zu vermuten war-

dann wieder mal klar:

mir fehlt die Blues Bar!