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Nachdenken, nachschenken

Schon drei Jahrzehnte her,

der Burner heut‘ nicht mehr:

geeintes deutsches Land

war plötzlich Alltag.

​

Bis dato völlig fremd.

Im FDJodler-Hemd

geträumt als Zonenkind,

das gern Lärm und Hall mag…

​

…vom West-Rockkonzert.

Doch leider: eingesperrt.

Geträumt, dass ich irgendwann

durch die Grenze kann.

​

Einst war das völlig klar:

als Fan zum Hardrockstar

im Westen führt kein Weg

vom Osten rauswärts.

Doch plötzlich gab’s zwei Herr’n,

bemerkt vom Rockfan gern:

Staatspräsident „Glasnost“

und den West-Chef für auswärts.

​

So traf Gorbi sich

mit Hans-Diederich.

Und nach Diplomaten-Dauerlauf

ging die Mauer auf…

Wenn ich mir heut‘ ein Rockkonzert anseh‘,

brauch‘ ich längst nicht mehr über Zonengrenzen nachzudenken.

D’rum: wenn ich nächstens einen trinken geh‘,

dann mal auf die zwei Herr‘n und bestimmt nicht ohne nachzuschenken.

​

Karussell, Puhdys, Silly und Karat,

City, Renft und Stern-Combo Meißen

war’n okay, doch irgendwie nicht adäquat.

Da drüben gab‘s Queen,

und Led Zeppelin…

und ich durft‘ nicht hin.

​

Dann konnt‘ ich all die Helden doch noch seh’n.

Das Wunder war gescheh’n:

freie Bahn nun auch zu Deep Purple.

​

Ich hab‘ bemerkt: wenn ich so rückwärts seh‘,

längst nicht mehr über Gorbatschow und Genscher nachzudenken…

​

…d’rum: wenn ich nächstens einen trinken geh‘,

dann nur auf diese zwei und nicht ohne vielfach nachzuschenken.

​

Wenn ich bald wieder ein Konzert anseh‘,

als freier Kerl in all den Massen steh‘,

und gleich danach noch einen trinken geh‘,

stoß‘ ich nur an auf die zwei Herrn mit „G“!

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